Die Untersuchungen über die Entstehung der Evangelien müssen vor allem das Markusevangelium beachten, weil es nach der Zweiquellentheorie die bedeutendste Vorlage der beiden übrigen Synoptiker ist und weil die ganze Gruppe der urchristlichen Schriften, die man heute Evangelien nennt, durch das Markusevangelium beeinflußt ist. Das Markusevangelium wird in den Beiden Dimensionen untersucht, durch die die einzelnen literarischen Texte mit den breiteren Bezugssystemen verbunden sind: entstehungsgeschichtlich (syntagmatisch) und in der paradigmatischen Dimension, d.h. in den Assoziationen, die seine Lektüre erweckt und in den Ähnlichkeiten und Unterschieden seiner Struktur im Vergleich mit anderen Texten. Daß man auf solche komplexe Weise vorgehen muß, ist zum Konsensus geworden. In der Methode und in den konkreten Ergebnissen gibt es jedoch viele offene Fragen und Widersprüche. Von den früheren Beiträgen ausgehend3 möchte ich jetzt einige Konsequenzen für die Methode ziehen und neue Beobachtungen hinzufügen, die m.E. für die Auslegung der Evangelien und für das Verständnis ihrer Funktion von Bedeutung sind.
Footnotes
* Main paper, vorgetragen am 21. August 1985 auf dem 40. General Meeting der SNTS in Trondheim.