Himmlisches Haus und irdische Bleibe: Eschatologische Metaphorik in Antike und Christentum a
AbstractBei der sprachlichen Darstellung eschatologischer Themen scheinen Metaphern, die auf räumlichen Kategorien aufruhen, eine bevorzugte Rolle zu spielen. Das wird in vier Schritten an ausgewählten Texten aus Antike und frühem Christentum, die es in irgendeiner Weise mit der ‘Behausung’ zu tun haben, gezeigt. In der Alkestis des Euripides spiegelt die Anlage des Hades den Lebensraum der Oberwelt wieder. Platon schafft im Phaidon einen eigenen Weltenraum, um seine These von der Unsterblichkeit der Seele zu illustrieren. In Joh 14 bedarf unter anderem das Verhältnis der ‘vielen Bleiben’ in 14.2 zum ‘Bleibe Nehmen’ von Vater und Sohn beim Glaubenden in 14.23 einer Erklärung. Als platonisierende Fortschreibung des Modells aus Joh 14 erweist sich die Erzählung vom himmlischen Palast in der 2. Praxis der Thomasakten. Als ein gemeinsamer Fluchtpunkt wird abschließend der Raum der Erinnerung thematisiert. Dedication: Helmut Merklein (1940–1999) zum Gedächtnis Footnotesa Presidential Address, gehalten bei der Jahrestagung der SNTS in Bonn 29. Juli – 2. August 2003. Helmut Merklein, dessen Andenken Vortrag und Aufsatz gewidmet sind, war von 1980 bis zu seinem frühen Tod 1999 Professor für Neutestamentliche Exegese an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Bonner Universität, wo der Autor dieser Zeilen selbst 1970–2 Theologie studierte und 1981–2 als Professor neben Helmut Merklein tätig war. |